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Sprüche

31/19

Wir alle erfreuen uns manchmal unseres Lebens.
Aber hinter dieser Freude und Zufriedenheit liegt Angst.
Wir suchen immer nach etwas, das hinter der Tür liegt,
und wir fürchten, dass wir es nie finden.
Wir denken: «Wenn ich dieses oder jenes hätte, wäre ich glücklich.»
Momentane Freude löst das unterschwellige Unbehagen nicht auf.
Paradoxerweise ist die einzige Möglichkeit, die Tür aufzuschliessen, sie zu vergessen.

Charlotte Joko Beck, Einfach Zen


25/19

Man muss den Dingen die eigene,
stille ungestörte Entwicklung lassen, die tief von innen kommt
und durch nichts gedrängt werden kann,
alles ist austragen - und dann gebären...
Reifen wie der Baum, der seine Säfte nicht drängt
und getrost in den Stürmen des Frühlings steht,
ohne Angst, dass dahinter kein Sommer kommen könnte.
Er kommt doch!
Aber er kommt nur zu den Geduldigen, die da sind, als ob die Ewigkeit
vor ihnen läge so sorglos, still und weit...
Man muss Geduld haben mit dem Ungelösten im Herzen,
und versuchen, die Fragen selber lieb zu haben, wie verschlossene Stuben,
und wie Bücher, die in einer sehr fremden Sprache geschrieben sind.
Es handelt sich darum, alles zu leben.
Wenn man die Fragen lebt, lebt man vielleicht allmählich,
ohne es zu merken, eines fernen Tages in die Antworten hinein.

Rainer Maria Rilke


24/19

Güte ist der Zentralgedanke wahrer Spiritualität,
deren Ziel die wahre Verbundenheit mit allem Leben ist.
Wichtig ist, aus einem Gefühl tiefer Verbundenheit heraus zu handeln.
Das geschieht leise, denn Menschen, die zutiefst spirituell sind,
machen nicht viel Lärm um ihre Taten, sondern leben einfach das,
was für sie ganz natürlich ist: liebevolle Güte und Freundlichkeit.

Diane Mariechild


23/19

Du bist an so vielem an dir nicht einverstanden;
Immer wieder entdeckst du Seiten an dir,
die andere stören und die du selbst an dir zu bekämpfen suchst.
Immer wieder versuchst du über deinen Schatten zu springen und bist verzweifelt,
wenn dir dies nicht gelingen will.
Aber du weisst, dass Schatten eine Folge von Licht ist, das ihn verursacht.
So ist auch jede deiner dunklen Seite nur ein Gegenüber von dem,
was an Hellem, an Schönem und Liebenswerten in dir ist.
Das, was dir an dir selbst nicht gefällt,
kann dir so Wegweiser zu deinem eigenen inneren Reichtum sein,
kann dir helfen, JA zu sagen zu dir.

Christa Spilling-Nöker


22/19

Das letzte, was wir sehen wollen, ist das Wunder,
weil es demütigend ist; wir fühlen uns davon immer irgendwie angegriffen.
Alles im Leben ist dieses Wunder,
aber da das Leben, wie es ist, uns fast nie in den Kram passt,
können wir das Wunder nicht sehen.
Dann grübeln wir darüber nach, warum es uns schlechtgeht.
Das, was wir aus unserem Leben zu verbannen versuchen,
ist das, was wir wirklich wollen und brauchen.

Charlotte Joko Beck, Einfach Zen

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